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Score - Carl Friedrich Zelter - Konzert Es-dur

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Carl Friedrich Zelter - Konzert Es-dur (Score)

Carl Friedrich Zelter

Konzert Es-dur



  • Instrumentation: für Viola und Orchester
  • Material: PartiturScore
  • Publisher:
    Kunzelmann


Further information

  • Item #:
    KUNZE00023
  • Collection: Octavo Edition
  • Number of pages: 50 Seiten
  • Co-authors: (Franz Beyer)
  • Description:

    Carl Friedrich Zelter wurde am 11. Dez. 1758 in Berlin geboren. Vom frühen Kindesalter an zur Musik hingezogen und sich auf verschiedenen Instrumenten zunächst selbst ausbildend, sollte er als Sohn eines Bauunternehmers den Beruf des Vaters erlernen. Tatsächlich begann Zelter nach Absolvierung des Gymnasiums eine Maurerlehre, besuchte nebenbei die Königliche Zeichenakademie und machte 1783 seine Meisterprüfung, ohne jedoch seine musikalischen Studien zu vernachlässigen. Die instrumentale Ausbildung wurde aufs Beste gefördert durch verständnisvolle Lehrer, und nach einigen Kompositionsversuchen nahm Zelter Unterricht bei Marpurg und Kirnberger. Später wurde er Schüler von K. Fr. Fasch, dem damaligen Leiter der Berliner Singakademie, dessen Stelle Zelter im Jahre 1800 übernahm. Der unermüdliche und vielseitige Musiker gründete 1807 ein Collegium musicum zur Pflege alter Musik und zwei Jahre darauf die „Berliner Liedertafel". Seine durch Goethe und W. v. Humboldt befürwortete Berufung als erster Musikprofessor an die „Akademie der Schönen Künste" erfolgte 1809. Um sich ausschließlich seinen künstlerischen und pädagogischen Aufgaben widmen zu können, trat Zelter 1815 aus der Maurerinnung aus, nachdem er auch in diesem Fach erfolgreich tätig gewesen war. (Errichtung des Königlichen Kadettenhauses sowie anderer Königlicher Gebäude). Im Jahre 1823 wurde Zelter die Leitung der von ihm geschaffenen „Musikalischen Bildungsanstalt" übertragen, an welcher er ab 1829 den gesamten Unterricht erteilte. In jene Zeit fällt auch die Gründung der Musikalien-Sammlung (spätere Musikabteilung der Preußischen Staatsbibliothek), die der Meister als Bibliothekar mustergültig betreute und erweiterte. Durch Zelters tiefe Bach-Verehrung und kraftvolle Zielstrebigkeit kam im März 1829 die denkwürdige Aufführung der „Matthäus-Passion" zustande, deren Leitung er dem erst 20jährigen Felix MendelssohnBartholdy, welcher wie Otto Nicolai und Carl Loewe zu seinen Privatschülern zählte, anvertraute. Seit 1799 mit Goethe in Verbindung, war Zelter, „die grundwackere und treffliche Natur" (Goethe) zunächst musikalischer Berater und später des Dichters persönlicher Freund. Der berühmt gewordene „Briefwechsel" wurde von Goethe selbst zur Veröffentlichung bestimmt. 1830 mit dem Ehrendoktor der phil. Facultät ausgezeichnet, starb Zelter am 15. Mai 1832 - wenige Wochen nach Goethes Tod. Der ihm eng befreundete Friedrich Schleiermacher hielt die Grabrede.|Zelter schrieb - neben zahlreichen Liedern und Kantaten - nur wenige Instrumentalwerke. Seine Sinfonien und ein Violinkonzert sind verschollen, und so ist uns außer einigen Klavierstücken nur noch das vorliegende Konzert für Viola erhalten. Es entstand 1779, als Zelter während seiner Maurerlehre in dem von G. Benda geleiteten Orchester des Döbbelinschen-Theaters alternierend am Geigenoder Bratschenpult als Aushilfe tätig war.||Über die originelle Entstehung des Werkes berichtet uns der Komponist in seiner 1808 begonnenen Selbstbiographie (C. Fr. Zelters Darstellungen seines Lebens - herausgegeben von j. W. Schottländer / 44. Band der Schriften der Goethe-Gesellschaft / Weimar 1931): 11 ... Einer meiner heißen Wünsche war indessen unerfüllt geblieben. Ich kannte noch keine ordentliche Partitur und hatte schon längst gewünscht, ein Benda'sches Stück in Partitur zu sehn, und dazu war mir nun durch die Entfernung vom Theater die Hoffnung ganz abgeschnitten. Darüber fiel mir ein, daß ein Bratschist aus dem Orchester, der nebenher ein Taubenhändler war, einst gesagt hatte, er besäße die Partitur von Bendas „Ariadne auf Naxos". Zu diesem nun ging ich hin. Er besaß die Partitur wirklich, wollte sie aber nur verkaufen und verlangte so viel Geld dafür, als ich nicht hatte. Eines Tages kam er zu mir und nahe auf meinem Hofe ein paar Tauben sitzen, welche einem Nachbar gehörten, und verlangte von mir, ihm diese Tauben zu geben, so wolle er mir die Partitur der „Ariadne" leihen. Daraus konnte nun freilich nichts werden, weil ich nicht einmal wußte, wem die Tauben gehörten. Indessen hatte ich bald ausgemittelt, daß diese Tauben einem Sekretär gehörten, mit dem ich öfter in Konzerten gewesen war. Zu diesem nun ging ich hin, und nach manchem Hin- und Herreden wurde ich mit ihm einig, daß ich ihm für diese Tauben ein neues Bratschenkonzert komponieren sollte. Darüber erhielt ich meine Tauben, welche ich sogleich gegen die Partitur umtauschte, an der ich Tag und Nacht schrieb, um solche so bald als möglich zurückzugeben". Wenig später schreibt er: „ . . . Nun hatte ich auch mein Bratschenkonzert fertig. Es war in neuern Zeiten der erste eigentliche Versuch, in einem Konzerte etwas mehr als das bloß Spielen, das Hörenlassen zum besten zu geben. Ein pathetisches Allegro sollte eine ernsthafte Stimmung geben, darauf sollte ein tief bewegendes Adagio dieser Stimmung Unruhe und große Arbeit schaffen, die sich zuletzt im Rondo zu freier Behaglichkeit erheben und das Ganze heiter abschließen sollte. Das Konzert selber aber sollte ein Ganzes sein, und deshalb hatte ich aus dem Adagio etwas in das Rondo verwebt, das rezitativisch vorgetragen wurde. Mein Sekretär hatte eine unendliche Freude, als er sein Konzert zum ersten Male spielen hörte. Es wurde zweimal nacheinander gespielt, und die es hörten, bewiesen mir ihre Zufriedenheit und munterten mich auf, diesen Weg zu verfolgen und mehr dergleichen zu komponieren. Dies war jedoch nicht mein Sinn; ich dachte auf ganz andere Dinge. Bis jetzt hatte ich noch gar keinen Unterricht in der Komposition gehabt. Ich wußte nur zu gut, wie sauer mir dieses Konzert geworden war, um meine Intention darin nur einigermaßen klarzumachen. Diese Intention bestand in nichts Geringerm, als ein klassisches Werk zu liefern und mich bei Kennern geltend zu machen. Ich saß daher während des Komponierens überall fest, ohne die Mittel zu kennen, mir fortzuhelfen. Dazu, glaubte ich, müsse man die Kunst im ganzen Umfange verstehen, und nun dachte ich auf weiter nichts, als wie ich mir diesen Unterricht verschaffen wollte." Die Uraufführung fand wahrscheinlich durch den Komponisten selbst statt. Aus früheren Berichten erfahren wir: „Ich war nun im Violinspielen ziemlich fortgeschritten und seitdem ich eine gute Bratsche hatte, spielte ich auch Bratschenkonzerte, die man gernevon mir hörte".|Eine erste Ausgabe des Konzertes wurde im Thematischen Katalog von Breitkopf & Härtel 1785-87 / Supplement XVI angezeigt. Der Musikschriftsteller j. K. Rellstab, der 1785 in Berlin einen Notenverleih gründete, nahm das Zeltersche Manuskript in Kommission und ließ wahrscheinlich mehrere Abschriften davon herstellen. Auf dem handschriftlichen Titelblatt einer solchen Kopie findet sich unter dem Originaltitel („Concerto per il Viola di Braccia / 2 Violini, 2 Viole, 2 Corni e Basso dal Sig: re Zelter") der gedruckte Vermerk „Se trouve en Manuscrit, dans le Magazin de Musique de Rellstab á Berlin, tue de Garnison. - Prix 1 Rthl. 12 Gr."|Gerbers Musiklexikon gibt 1792 einen Hinweis auf dieses Werk: „C. Fr. Zelter: Ein Dilettant, erfindungsreicher und geschmackvoller Komponist. In Ms (Manuskripten) ist ein Bratschenkonzert von ihm bekannt." Von diesen Manuskripten bzw. Copien ist nur ein einziges Exemplar erhalten geblieben, welches in der Bibl. Conservat. / Brüssel unter der Signatur: Lettera Tn 5852 aufbewahrt wird. Diese einzige Quelle in Form von Stimmheften bot die Vorlage für die hier zum erstenmal in Partitur erscheinende Ausgabe. Die autographe Partitur - laut W. Altmanns „Katalog der Violaliteratur" seit 1935 im Privatbesitz - konnte trotz umfangreicher Nachforschungen nicht ermittelt werden.||Die Vorlage erweist sich indessen als sehr zuverlässig. Die durchwegs sorgfältige Handschrift bietet keine einzige Stelle des Zweifels oder der Unleserlichkeit. Einige Flüchtigkeiten der Notierung wurden in der vorliegenden Ausgabe stillschweigend berichtigt bzw. ergänzt wie auch Analogien vereinheitlicht, so daß auf einen Revisionsbericht verzichtet werden konnte. Im übrigen wird der Text des Brüsseler Manuskriptes unverändert wiedergegeben. Die zu einer lebendigen Darstellung notwendigen Zusätze der Dynamik und Artikulation, die hauptsächlich in der Solo-Stimme offengelassen sind, müßten vom Interpreten nach Geschmack und Stilempfinden gefunden werden.|Die Kadenzen des 1. und 2. Satzes sind wahrscheinlich von Zelter. Es sei jedoch dem Solisten anheimgestellt, eigene Kadenzen zu spielen oder gar ad hoc zu improvisieren. Im 3. Satz dürften nach den Haltepunkten (T. 32 und T. 190) kurze Überleitungen genügen.|Zur Ausführung des Generalbasses liegen zwei verschiedene Stimmhefte vor: 1. Der Continuo-Part mit durchgehender Bezifferung, „Basso Cembalo" überschrieben, und 2. eine andere, mit „Contrabaßo" betitelte Stimme, die zuweilen von der ersteren abweicht. Das Fehlen einer Violoncello-Stimme erklärt sich aus der damaligen Praxis: Der ContinuoCellist saß hinter dem Generalbaß-Spieler, aus dessen Stimme er mitlas. Die Eintragungen pizz. und coll arco in der Continuo-Stimme des Konzertes weisen deutlich auf diese Tatsache hin. Die Bezifferung wurde in der überlieferten Notierung belassen. Am Ende der Kadenzen des 1. und 2. Satzes sollte das Continuo auf dem Schlußtriller der Viola mit einem Dominant- (Septimen) Akkord zum anschließenden Orchesternachspiel hinführen. Bei den kadenzalen Abschlüssen der Takte 73 und 161 des ersten Satzes steht auf dem dritten Viertel im Continuo jeweils ein Quart- Sextakkord. Dieser trifft mit dem Triller der Solo-Viola zusammen, der in beiden Fällen die Quinte über dem Baßton bildet. Dadurch entsteht eine harmonische Härte, die durch einen „Schnörkel" vor der Trillernote leicht zu mildern ist.|Der dankbare, in mittlerem Schwierigkeitsgrad sich bewegende Solo-Part sollte möglichst von einem kleineren Orchester begleitet werden. Besonders reizvoll ist dabei die Grundierung durch das Continuo-Cembalo, nicht zuletzt wegen dessen silbriger Farbe, komplementär zu den abgedunkelten Registern der konzertierenden Viola. Durch das Hinzutreten der beiden Hörner wird das Klangbild weiterhin bereichert und das warme Es-dur zugleich abgerundet.|So bildet das liebenswürdige Werk durch die Spielfreudigkeit seiner Ecksätze, vor allem aber durch das tiefempfundene, an Ph. E. Bach gemahnende Adagio einen wertvollen Beitrag zur Viola-Literatur der klassischen Epoche.||Franz Beyer|

  • Contents:

    Inhalt:|Allegro con fuoco|Adagio non troppo|Rondo. Un poco moderato|


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